PlizME
Glossar
Die Fachbegriffe, in einem Satz
Die Begriffe, denen Sie in den Tafeln begegnen, einfach erklärt. Diese Definitionen geben eine Orientierung; sie ersetzen nicht den Rat einer medizinischen Fachperson.
- **Anorgasmie** : Anhaltende Schwierigkeit, zum Orgasmus zu kommen, oder ausbleibender Orgasmus trotz ausreichender Stimulation und Erregung. Die Ursachen sind sehr vielfältig (Stimulation, Umfeld, Stress, Medikamente, Gesundheit), und man kann daran arbeiten. Siehe „Wenn der Orgasmus auf sich warten lässt“.
- **Ausgestellter Fuß** : Verbreiterung am Ende eines Spielzeugs für den Anus. Sie verhindert, dass das Spielzeug im Enddarm verschwindet: Ein im Anus benutztes Spielzeug muss immer einen haben.
- **Beckenboden** : Gesamtheit hängemattenförmiger Muskeln am Grund des Beckens, die Blase, Gebärmutter und Enddarm stützen. Sie anzuspannen und wieder zu lösen kann den Anstieg der Lust begleiten. Siehe „Die Lustmuskeln“.
- **Beständigkeit** : Genau dieselbe Bewegung beibehalten, in derselben Geschwindigkeit und mit demselben Druck, wenn der Orgasmus näher kommt. Siehe „Die Beständigkeit“.
- **Cunnilingus** : Stimulation der Vulva mit Mund und Zunge. Siehe „Die Vulva küssen“.
- **Damm** : Muskulöse Zone zwischen Vulva und Anus. Er gehört zum Beckenboden: Seine Muskeln ziehen sich beim Orgasmus zusammen.
- **Dental Dam** : Dünnes Quadrat aus Latex oder Polyurethan, das auf Vulva oder Anus gelegt wird, um bei Mund-Genital- oder Mund-Anal-Kontakt die Übertragung von Infektionen zu verringern.
- **Dyspareunie** : Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, am Eingang oder tiefer. Man muss sie nie hinnehmen: Man kann sie verorten und lindern, und wenn sie anhalten, ist ein Arztbesuch angezeigt. Siehe „Schmerzen beim Sex“.
- **Edging** : Sich dem Orgasmus nähern, kurz davor verlangsamen oder innehalten und dann wieder steigern. Die Erregung kommt dann in Wellen. Es ist eine empirische Praxis, keine durch klinische Studien bestätigte Methode. Siehe „Edging“.
- **Einvernehmen** : Freie, klare Zustimmung, die jederzeit zurückgenommen werden kann. Man prüft sie zwischendurch, mit kurzen Fragen und einem vereinbarten Wort zum Aufhören. Siehe „Ja sagen, Stopp sagen“.
- **Erregung** : Gesamtheit der Veränderungen von Körper und Aufmerksamkeit, die auf die Lust vorbereiten: Blutzufluss in die Vulva, Feuchtwerden, Anschwellen, Muskelspannung. Sie steigt, kann wieder abfallen und erneut ansteigen. Siehe „Die Stufen der Erregung“.
- **Fornix (Cul-de-sac)** : Einbuchtung der Scheidenwand rund um den Gebärmutterhals. Es gibt vier; in der Klinik bezeichnet „Cul-de-sac“ meist den hinteren Fornix, den tiefsten.
- **G-Punkt** : Zone der vorderen Scheidenwand, einige Zentimeter hinter dem Eingang, die manche Frauen als sehr empfindlich beschreiben. Fachleute diskutieren, was sie tatsächlich ist (eine eigene Zone oder die innere Fortsetzung der Klitoris); Lage und Empfindlichkeit variieren. Siehe „Der G-Punkt“.
- **Gebärmutterhals** : Unterer Teil der Gebärmutter, der sich am Ende der Scheide als Kuppel vorwölbt. Bei manchen Frauen reagiert er empfindlich auf Druck, bei anderen nicht.
- **Gleitgel** : Gel oder Flüssigkeit, die die Reibung verringert. Auf Wasserbasis passt es zu allen Kondomen und Spielzeugen; auf Silikonbasis hält es länger, beschädigt aber Silikonspielzeug; auf Ölbasis macht es Latex brüchig.
- **Große und kleine Schamlippen** : Hautfalten rund um den Scheideneingang. Die großen Schamlippen liegen am weitesten außen; die inneren kleinen Schamlippen unterscheiden sich von Frau zu Frau stark in Größe, Form und Farbe.
- **Klitoris** : Organ der Lust, viel größer, als es scheint: Nur die Spitze ist sichtbar; der Körper, zwei Schenkel und zwei Schwellkörper (Bulbi) reichen nach innen, rund um den Scheideneingang. Siehe „Die Landkarte des Körpers“.
- **Klitorisspitze** : Sichtbarer Teil der Klitoris, ungefähr so groß wie eine kleine Erbse und sehr reich an Nervenenden. Für viele Frauen ist sie die empfindlichste Zone der Vulva.
- **Klitorisvorhaut** : Hautfalte, die die Klitorisspitze bedeckt und schützt. Sie zieht sich bei steigender Erregung mehr oder weniger zurück.
- **Kondom** : Barriere aus Latex oder Polyurethan, die den Übertritt von Flüssigkeiten begrenzt. Es gibt es für den Penis (äußeres Kondom) und für die Scheide (inneres Kondom). Ein Kondom wird nie wiederverwendet.
- **Menopause** : Endgültiges Ausbleiben der Regelblutung. Der Hormonabfall kann die Scheidenschleimhaut trockener und empfindlicher machen; es gibt Gleitgele und Pflegeprodukte.
- **Multiple Orgasmen** : Mehrere Orgasmen in kurzem Abstand, manchmal ohne dass die Erregung ganz abklingt. Sie sind weder ein Ziel noch die Norm. Siehe „Multiple Orgasmen“.
- **Orgasmus** : Gipfel der Lust, gekennzeichnet durch unwillkürliche Kontraktionen der Dammmuskulatur, gefolgt von Entspannung. Er wird von Mensch zu Mensch und von Mal zu Mal sehr unterschiedlich erlebt.
- **Scheide** : Muskulöser Kanal vom Eingang der Vulva bis zum Gebärmutterhals. Ihre Wände sind im ersten Drittel nahe dem Eingang empfindlicher.
- **Scheidenfeuchtigkeit** : Natürliche Feuchtigkeit der Scheide, die mit der Erregung zunimmt. Sie schwankt je nach Zyklusphase, Alter, Medikamenten, Müdigkeit und Umständen: Wenig davon zu haben bedeutet nicht, wenig Lust zu haben. Siehe „Feuchtigkeit und Gleitgel“.
- **Sex-Toy** : Gegenstand für sexuelle Lust (Vibrator, Vaginal- oder Analspielzeug, Klitorisstimulator …). Man wählt es aus abwaschbarem, sicherem Material. Siehe „Die Gebrauchsanweisung“.
- **STI** : Sexuell übertragbare Infektion. Manche verursachen keine Symptome: Nur ein Test spürt sie auf. Siehe „Kondome und STI-Tests“.
- **Vaginismus** : Unwillkürliche Anspannung der Muskeln um den Scheideneingang, die das Eindringen schmerzhaft oder unmöglich macht. Er ist behandelbar, mit einer Fachperson aus dem Gesundheitswesen.
- **Vulva** : Gesamtheit der äußeren Geschlechtsorgane: die Klitoris, die großen und kleinen Schamlippen, der Scheideneingang und die Harnröhrenöffnung. Man sagt oft „Scheide“ für „Vulva“: Das sind zwei verschiedene Dinge.
- **Weibliche Ejakulation** : Austritt einer Flüssigkeit bei Erregung oder Orgasmus bei manchen Frauen. Sie ist weder Pflicht noch ein Zeichen von Erfolg. Siehe „Weibliche Ejakulation“.